Immerhin…

“Immerhin weiß ich, wo mein Essen herkommt.”

Umso schlimmer.

Es bedeutet dann ja wohl, dass du ganz genau weißt, dass extra dafür bewusste, empfindungsfähige Wesen in die Welt gesetzt wurden, nur um sie schnellstmöglich, also meist noch im Kindesalter, gewaltsam zu Profitzwecken wieder zu zerstören.

Es bedeutet, dass du offenbar in der Lage bist, diesen Kindern in die Augen zu sehen und zu sagen: „Du musst sterben noch bevor du überhaupt anfingst, richtig zu leben, du wurdest in die Welt geworfen, ohne die geringste Chance, deinen eigenen Lebenszweck zu erkunden und zu erfüllen, und das nur, weil ich keine Lust habe, mich umzugewöhnen. Mein Appetit ist wichtiger als dein ganzes Leben. Dein Leid, deine Lust auf Leben sind mir, mit Verlaub, scheißegal.“

Kann es etwas Niederträchtigeres, Gemeineres, Widerlicheres geben, als den Tötungstermin eines bewussten Wesens schon vor dessen Geburt zu planen oder als Kaufwilliger in Auftrag zu geben?

Angebot und Nachfrage. Wer Tod bezahlt, bestellt Tod. Auftraggeber erzeugen Auftragnehmer.

Manchmal wird behauptet, Jagd sei „besser“. Finde ich nicht. Da werden wehrlose, ahnungslose Lebewesen in einen Hinterhalt gelockt, sie werden aus ihren Wohnhöhlen gezerrt, es werden ihnen Fallen gestellt, sie werden gehetzt, erschossen, erschlagen. Wenn sie nicht gerade krank oder verletzt sind, werden sie immer aus einem erfüllten Leben gerissen, aus ihren Familien, ihren Rudeln, Schwärmen, Sippen.

Egal, ob Krankheit, Alter oder Gewalt durch andere: Der Tod ist doch eigentlich immer ein Skandal. Sentiente Wesen hängen am Leben, oft selbst dann noch, wenn es keine Chance mehr gibt, gar keinen Ausweg. Wir, als ebenfalls sentiente Wesen, sollten das nachvollziehen können. Diesen verzweifelten Kampf um noch eine weitere Minute, noch eine Sekunde, noch einen Atemzug. Für unsere Opfer steht am Ende immer der Tod. Für Produkte, die nicht nur hierzulande längst obsolet geworden sind. Sie zahlen immer den höchsten Preis. Sie bezahlen mit ihrem Leben. Für ein bisschen Geschmack, einen modischen Fummel, etwas Unterhaltung oder irgendwelche Tests, die wir niemals, niemals Menschen zumuten würden.

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Alle Produkte, die von Tieren gewonnen werden, verursachen Leid und Tod, nicht nur Fleischprodukte. Womöglich verursacht Vegetarismus sogar mehr als reiner Fleischgenuss. Überzüchtete Körper, die so lange bis zum Anschlag für Milch oder Eier ausgebeutet werden, bis sie ausgemergelt und dem Tode nah doch noch im Schlachthof landen, um für das letzte bisschen Profit zu billigem Fleisch zermahlen zu werden. Die männlichen Tiere, die im Allgemeinen unerwünscht sind und direkt getötet oder zuvor noch ein wenig aufgemästet werden. Die Milch und Eierindustrie ist ein großer Lieferant und wichtiger Bestandteil der Fleischindustrie. Vegetarier*innen sollten das wissen, wollen es allzu oft aber nicht wahrhaben. Wer noch weiter über den Tellerrand schaut, wird die immer gleichen gewalttätigen Muster in allen Tierbenutzungsformen finden.

Du sagst du weißt, wo dein „Essen“, deine „Kleidung“ usw. herkommen, oder zumindest behauptest du es. Selbst wenn es so ist, inwiefern ist das nun besser? Für die Tiere macht es keinen Unterschied, ob du es weißt oder nicht, ob du daneben stehst oder nicht, wenn sie getötet werden, wenn ihnen ihre Kinder genommen werden, wenn ihren Körpern Gewalt angetan wird. Für die Tiere macht es keinen Unterschied was du weißt oder nicht wissen willst. Wie ist diese merkwürdige “Logik” überhaupt zu verstehen? Mehr als ein gefällige Phrase ist das doch nicht. Nie gewesen. Selbstbetrug. Wohlklingende, doch letztlich leere Floskeln, die nur den Zweck haben, sich selbst und das eigene Gewissen zu beruhigen.

Wer heute noch Tiere verbraucht, sollte tatsächlich längst wissen, wo „es“ herkommt. Niemand kann mehr behaupten, er habe keine Ahnung, was die Menschheit da tut. Es ist Frevel. Es ist würdelos. Wir schänden uns selbst durch diese gedankenlose Gewalt. Wir vergewaltigen unsere eigenen Werte, wenn wir so auf ihnen herumtrampeln und insgeheim wissen wir das auch.

Trotzdem quellen selbst klugen, einfühlsamen Menschen die immer gleichen Phrasen aus den Mündern. Wie ferngesteuert. Nur nicht drüber nachdenken. Es wird schon alles seine Richtigkeit haben. Die anderen machen’s doch auch.

In diesem Interview legt ein ehemaliger Metzger Zeugnis ab: Facette Kult mit Tierrechtsaktivist Philipp Hörmann. Gerade diejenigen, die behaupten tierlieb zu sein und dennoch Veganismus für übertrieben halten, haben die Pflicht, sich dem zu stellen, was sie durch ihre Einkäufe verursachen. Und, Nein, es gibt keine humane Art, jemanden zu töten, der nicht sterben will.

Zu wissen, dass tagtäglich diese sanften Wesen völlig ohne Notwendigkeit getötet werden, dass die meisten schon vorher nichts als Leid und Schmerz kannten, vom ersten Atemzug an, und dass viele in den Schlachthöfen unvorstellbar grauenvoll leiden, ist eine schwere Last, die mich manchmal in tiefe Verzweiflung stürzt.

Manchmal bin ich sogar so verzweifelt, dass ich beginne, meine eigene Spezies zu hassen für diese gewohnheitsmäßige, absolut unnötige Gewaltausübung an Wehrlosen. Jedoch, gewaltfreier Antispeziesismus gilt auch für Menschen, selbst wenn es schwer ist. Doch wohin mit all der Verzweiflung? Und dann flüchte ich mich in den Wunsch, alle Tierverbraucher mögen Alpträume haben, Nacht für Nacht, in denen sie sich in den Ställen, auf den Transporten, im Schlachthof wiederfinden. Wenn sie sich in die Lage ihrer Opfer versetzen müssten, wenn sie schreiend vor Schmerzen und kreischend vor Todesangst aufschreckten, immer wieder und wieder, dann würden sie es doch hoffentlich irgendwann kapieren. Irgendwann würden sie hoffentlich wirklich wissen, wo „ihr“ Essen herkommt.

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Schmeckt’s?

„Mir schmeckt dieses vegane Zeug nicht.“ – „Ich rühr‘ diesen veganen Dreck nicht an.“ – „Warum müsst ihr immer ’normales‘ Essen nachmachen?“

Seien wir doch mal ehrlich: Das sind einfach nur ganz billige, ganz faule Ausreden, denn immerhin geht es dabei für andere sentiente Wesen um Leben und Tod und das ist dann doch wohl ein winzig kleines bisschen schwerwiegender als Geschmackserlebnisse. Da muss als Einwand schon etwas mehr kommen, etwas Substanzielleres, als ein kindlich-trotzig anmutendes „I kenn des ned, drum mog i’s ned“. Außerdem offenbaren sich da Vorurteile, der Unwille, die eigenen vorgefassten Meinungen zu überprüfen und nicht zuletzt geradezu atemberaubendes Unwissen.

Quelle: https://pfaf.org/user/edibleuses.aspx

Eins unserer Hauptnahrungsmittel, nämlich Brot, wird ganz überwiegend vegan zubereitet. Nach dem Reinheitsgebot gebrautes Bier läuft dann wohl unter „veganer Dreck“ und die Form von Patties, Würsten und Braten hat sich halt mal bewährt im Laufe der Jahrhunderttausende.

OK. Das war zu einfach. Natürlich reden die Leute nicht von sowas Alltäglichem, sondern von Käse aus Nüssen, Milch aus Bohnen und fertig zu kaufenden Bratenstücken aus Lupinen, Tofu oder Seitan. Manches davon schmeckt tatsächlich erst einmal ungewohnt, aber oft trotzdem gut bis sehr gut, und manchmal fehlt die erwartete Konsistenz.

Na und?

Glaubt wirklich jemand, dass das Wissen, wie Muttermilch zu Käse und Joghurt gemacht wird, über Nacht vom Himmel gefallen ist? Da wurde experimentiert, da gab es im Laufe der Jahrhunderte mit Sicherheit mehr Fehlschläge als gelungene Kompositionen und nicht selten dürften die vergorenen, bakteriell umgearbeiteten und fermentierten neuen Erfindungen auch mal Verdauungsbeschwerden oder gar Vergiftungen hervorgerufen haben. Es war mit Sicherheit ein langer Prozess, herauszufinden, wie totes Muskelgewebe, Innereien und dergleichen eßbar, verdaubar und schmackhaft gemacht werden können. Auch da musste viel experimentiert werden, auch da werden nicht alle Experimente sofort ein Hochgenuß gewesen sein.

Und jetzt möchten Veganer*innen einfach nur vertraute und lieb gewonnene Geschmackserlebnisse auf neue Weise nachempfinden. Was soll daran auszusetzen sein? Es ist doch nur menschlich, in der Küche auf Abenteuerreise zu gehen und immer wieder neue Rezepte zu erfinden, neue Kompositionen zusammen zu stellen, neue Leckereien zu erfinden. Mir gefällt das, ich finde das hoch spannend und teste neue vegane Produkte mit Begeisterung. Die meisten sind außerordentlich lecker und was ich nicht mag, muss ich ja nicht essen. Mir kann kein Mensch erzählen, dass alle Nichtveganer*innen jedes aber auch jedes Gericht, das tierliche Produkte enthält, unheimlich gut finden und alles auch immer gleich gut finden. Ich sage nur: Haggis, Kutteln, Zunge, Saumagen, Casu Marzu, Limburger. Davor ekeln sich auch viele Nichtveganer*innen. Früher, als ich noch Fleisch aß, hatte ich beim versehentlichen Biß auf eine Sehne oder einen Knorpel mit spontanem Würgereiz zu kämpfen. Das fehlt mir so überhaupt gar nicht.

Veganer*innen wollen nur eins: Möglichst kein anderes Tier als Ressource verwenden. Weil ihnen damit Leid und Tod zugefügt wird und weil das nach besten Kräften vermieden werden soll.

Auch Veganer*innen haben das Recht auf leckere Nahrung, haben das Recht, in der Küche zu experimentieren und sich ideenreich und lustvoll schmackhaftes Essen zuzubereiten. Wenn es ähnlich wie unvegane Speisen oder gar genauso aussieht, na und? Wichtig ist erstmal nur, dass dafür möglichst keine anderen sentienten Tiere zu Schaden kommen und dass es schmeckt. Das erste ist für Veganer*innen nicht verhandelbar, das zweite ist entdeckbar und das macht Spaß. Mir jedenfalls schmeckt das, was bisher entdeckt, wiederentdeckt oder neu erfunden wurde, meistens gut, manchmal fast etwas zu gut – das Hüftgold lässt grüssen – und ich bin einfach unheimlich gespannt, was da noch alles in der Zukunft erfunden und komponiert wird. Eine tolle Entdeckungsreise!

Turbotiere I – die Eierlegerinnen

Die Menschheit hat bei Tieren spezialisierte Rassen für die verschiedensten Zwecke gezüchtet, so auch bei Hühnern. Da gibt es welche, die sehr schnell wachsen und bei denen insbesondere die Brustmuskulatur abnorm ausgeprägt ist, und dann gibt es welche, die legen einfach nur unheimlich viele Eier. Um die letzteren geht es hier.

Die Urform der heutigen domestizierten Hühnerrassen ist das Bankiva-Huhn. Bankiva-Hühner kommen in Südostasien vor und leben in Herden zwischen 16 und 40 Tieren (alles darüber dürfte von diesen Tieren als Massenhaltung empfunden werden). Sie ziehen es vor, Abstand voneinander zu halten. Gedränge ist ihnen wohl eher unangenehm. Ich fühle da durchaus mit ihnen. Wie Legehennen in Deutschland gehalten werden dürfen, kannst du hier beim BMEL nachlesen.

Bankivahühner brüten ein- bis zweimal pro Jahr. Die Gelege bestehen meist aus fünf bis sechs, seltener vier bis zwölf Eiern, die etwa 45 bis 49 × 36 mm (Länge x Durchmesser) groß sind. Diese Eier sind deutlich kleiner als diejenigen der domestizierten und durch Zucht veränderten Legehennen. Die Wildform der Hühner legt also zwischen 8 und 24 Eier pro Jahr, im Gegensatz zur domestizierten Legevariante, die bis zu 320 Eier pro Jahr legt (oder besser: legen muss, da ihr Körper genau daraufhin gezüchtet wurde).

Wenn wir sehr konservativ rechnen, also ca. 300 Eier im Gegensatz zu etwa 20 Eiern pro Jahr, dann legen die domestizierten Hühner also das 15-fache dessen, was als normal gelten kann.

Dass sich das körperlich bemerkbar macht, selbst bei bester Ernährung und Pflege, ist leicht vorstellbar. Eier bestehen ja aus einer ganzen Menge Stoffe, darunter natürlich viel Eiweiß und sehr viel Calcium in der Schale. Wenn es dem Huhn nicht gelingt, genug davon mit der Nahrung aufzunehmen, dann ist der Körper quasi gezwungen, sich selbst zu verzehren, um dieses Wahnsinnspensum zu schaffen.

Stellen wir uns doch einfach mal vor, wie es uns Menschenfrauen erginge, wenn jede Ovulation ein Baby erzeugte, das rasant heranwächst und wir etwa alle 25 Tage ein King-Size Kind von 5 und mehr kg zur Welt bringen müssten. Wie groß wäre wohl die Belastung für den Körper und könnte frau überhaupt mit Essen allein genügend Nährstoffe aufnehmen, selbst wenn es Spezialnahrung wäre? Wie viele Jahre könnten wir wohl so durchstehen, bis wir körperlich und seelisch am Ende wären?

So ähnlich dürfte es Hühnern gehen. Ihre Körper sind darauf gezüchtet, andauernd Eier zu erzeugen. Nahezu täglich quälen sich ihre Körperchen durch die Geburt eines Eis. Die Fortpflanzungsorgane erleiden Schäden, häufig sammelt sich Eimaterial im Körper an, das sich nicht selten entzündet, es kann zu Legenot und Legedarmvorfällen kommen und Ovarial-Krebs tritt bei diesen Rassen überdurchschnittlich oft auf. Medizinische Behandlung wird ihnen in den industrialisierten Großanlangen eher selten bis gar nicht zuteil.  Wie soll das auch gehen, wenn in so einem Stall mehrere tausend „frei“ laufende Hühner sind? Glaubt wirklich auch nur ein Mensch, dass diese „Landwirte“ regelmäßig jedes einzelne Tier auf solche Erkrankungen untersuchen? Entweder sterben sie von alleine, oder sie landen im Schlachthof wenn ihr Körper nicht mehr genug hergibt.

In Lebenshöfen bekommen die Überlebenden der Eierindustrie daher, wenn es möglich ist, eine Hormonbehandlung, die die Eierproduktion unterdrückt, aber so etwas ist nicht ohne und kann Nebenwirkungen haben. Selbst wenn sie aus den Legeanlagen gerettet werden konnten, können sie dennoch nicht aus dem schlimmsten Gefängnis befreit werden, nämlich ihren eigenen Körpern.

Deshalb sind auch die Eier der scheinbar so glücklich draußen herumscharrenden Hühner vom Hinterhof oder dem vielzitierten „Bauern von Nebenan“ letztlich nichts weiter als Tierqualprodukte. Ich halte diese Züchtungen für Qualzüchtungen. Würde uns Menschenfrauen eine derart abartige Reproduktionsrate aufgezwungen, würden wir es mit Sicherheit auch eine Qual nennen.

Gerade Frauen sollten also am Besten verstehen, dass die totale Ausbeutung der weiblichen Fortpflanzungsorgane, die ja die Grundlage dieser sogenannten Landwirtschaft ist, als völlig inakzeptabel angesehen werden muss. Gerade Frauen sollten jegliche tierliche Produkte ablehnen. Einfach aus Solidarität mit ihren leidenden tierlichen Schwestern.

Sag mal…

Foto: Jo-Anne McArthur, We Animals

… du bist doch offenbar ein verständiger Mensch.

Glaubst du wirklich, dass ein Schwein nicht an seinem Leben hängt? Oder all die anderen Tiere?

Nicht ernsthaft, oder?

Zieh die logische Konsequenz: Leb vegan.

Witzl macht. Haha.

Kennst du das?

Du stehst an der Haltestelle und wartest auf den Bus, da fangen die Typen schräg hinter dir an, alte, fade, abgeschmackte Zoten zu reißen. Natürlich so, dass du’s mitkriegst. Am Klang ihrer Stimmen hörst du, wie sie einander zufeixend sich gegenseitig ihrer „Männlichkeit“ vergewissern. Bisschen Sexismus gefällig? Höhö. Geht immer. Höhö. Die da drüben soll sich nicht so haben. Versteht wohl keinen Spaß.

Innerlich verdrehst du die Augen gen Himmel. ‚Och nö‘, denkst du dir, ‚könnt ihr dummen, langweiligen Säcke uns Frauen echt nirgendwo mit euren unlustigen Vergewaltigungswitzen in Frieden lassen? Die werden auch in der 1000sten Wiederholung nicht komisch.‘ Aber es lohnt nicht, die Deppen zur Rede zu stellen. In der Gruppe schon gar nicht. Da fühlen sie sich stark. Lass gut sein. Es bleibt beim Augenverdrehen.

Dann kommt dir die eine der Stimmen bekannt vor. Du drehst dich um und erkennst tatsächlich einen Bekannten. Einen, den du bisher eigentlich für intelligent gehalten hast. Dem du zugetraut hast, dass er nachdenkt, bevor er das Maul aufmacht, und dass er sich nicht so einfach simplem Gruppendruck beugen würde. Tja. Schade. So kann mensch sich täuschen. Es gibt eben Themen, da machen sich sogar sonst angenehme, geschätzte Leute zu Vollpfosten. So schnell können Respekt und Sympathie den Bach runtergehen.

Kennst du das?

Na, dann verstehst du jetzt, wie es mir geht, wenn ich zum x-ten Mal dieselben dämlichen, langweiligen, tausendfach gehörten „Witzchen“ über Veganismus und Veganer*innen mitkriege. Wer an die Opfer denkt, kann das nicht lustig finden. Wer ihre Todesangst im Schlachthof gesehen hat, ihr vergebliches Rufen nach ihren gestohlenen Kindern gehört hat, kann darüber genauso herzhaft lachen wie Therapeut*innnen über die Tränen vergewaltigter Frauen. Nämlich gar nicht. Ist einfach nicht lustig. Das einzige, was durch solche faden, abgeschmackten Witzchen erreicht wird, ist, dass du umgehend jeglichen Respekt vor den Menschen verlierst, die mithilfe von Veganer-Witzchen auf billigste, aber todsichere Weise schenkelklopfende Zustimmung bei ihren Kumpels erheischen.

Es ist euch nicht klar, aber ihr „provoziert“ nicht. Ihr langweilt nur und entlarvt eure Abhängigkeit von der Zustimmung anderer. Genau wie Zoten reißende Hirnis, die sich gegenseitig ihr Männlichkeit zu versichern suchen, so versichert ihr euch gegenseitig eurer „Normalität“. Selbstredend seid ihr dabei in eurer vorhersehbaren, unoriginellen Einfallslosigkeit alle total individuell. Eh, klar.

Ach, komm. So billig. So ein Bart.